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Das
Modell der Superkompensation
Das Modell der Superkompensation beschreibt durch Training hervor
gerufene Anpassungsprozesse im Organismus. Die einzelnen Schritte
dieser Anpassung verlaufen in einer bestimmten Reihenfolge:
Reizwirksame Belastung

Störung des biologischen Gleichgewichts

Ermüdung

Erholung – Regeneration

Anpassung des Organismus

Erhöhter Leistungszustand
Die
in dieser Folge sich vollziehende Anpassung einzelner Funktionssysteme
des Organismus verläuft in einem zeitlichen Ablauf, der im
wesentlichen nicht beeinflusst werden kann. Diese Abfolge der
Anpassungsprozesse muss also bei jeder Trainingsplanung beachtet und
einbezogen werden.
Genau
genommen stellt sich der eigentliche Effekt des Trainings in den Phasen
der Erholung und Anpassung ein. Kennzeichnend für die
Regeneration sind die Auffüllung verbrauchter Energie-, Bau-
und Vitalstoffe, die Regulierung des Enzym- und Hormonhaushaltes sowie
die Wiederherstellung optimaler neuromuskulärer Erregbarkeit.
Dies unterstreicht die Bedeutung der optimalen Gestaltung der Erholung
und der richtigen Nahrungszufuhr für ein effizientes
Trainingsprogramm. Entspannung und Essen sollten daher als integrale
Bestandteile des Trainings betrachtet– und genossen - werden.
Diese Bereiche können und dürfen sehr angenehm
gestaltet werden.
Natürlich
variiert die notwendige Regenerationszeit je nach Belastung und
individueller Konstitution, aber als durchschnittliche
Regerationszeiten nach Kraftbelastungen gelten:
| Anfänger |
48
– 72 Stunden |
| Fortgeschrittene |
24
– 48 Stunden |
Leistungs-
und
Hochleistungssportler |
12
– 24 Stunden |
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Trainingsprinzipien
Streng genommen ist das Konzept der Superkompensation nur für
die Glukosesuperkompensation wissenschaftlich bewiesen. Es dient aber
dennoch als allgemein akzeptiertes Modell zur Beschreibung von
biologischen Anpassungsprozessen aller Funktionssysteme im Organismus,
auch wenn jedes dieser Funktionssysteme einen eigenen typischen Verlauf
der Superkompensation hat.
Dieses
Modell dient zudem als Grundlage zur Formulierung allgemeiner
Prinzipien, die bei der Planung und Gestaltung des Trainings stets
beachtet werden sollten:
- Trainingswirksamer
Reiz: Eine gewollte Leistungssteigerung ist nur möglich, wenn
Sie mit überschwelligen Belastungsreizen trainieren, also
über der Schwelle, die zum Erhalt der
Körperfunktionen dient.
- Progressive
Belastungssteigerung: Die Anpassung biologischer Systeme
verläuft nicht linear, sondern parabolisch, d.h. dass in
kleinen Schritten mit zunehmender Leistungsfähigkeit immer
stärkere Reize gesetzt werden müssen. Es heisst auch,
dass mit jeder Reizerhöhung die resultierende Steigerung der
Leistungsfähigkeit notwendigerweise abnimmt.
- Variierende
Belastung: Sie sollten die Belastungsparameter sowie die angewandten
Methoden von Zeit zu Zeit wechseln, um einen optimalen Trainingserfolg
zu erzielen.
- Optimale
Relation zwischen Belastung und Erholung: Bis die Superkompensation
nach einer Trainingseinheit eintritt, muss die notwendige
Regenerationsphase abgewartet werden. Zu kurze Regenerationsphasen
führen zu Leistungsminderung (Übertraining)
- Dauerhaftigkeit
und Kontinuität: Anpassungsprozesse erfordern es, Belastungen
mehrfach und über einen längeren Zeitraum zu
wiederholen. Die Anpassung des Organismus ist umso stabiler, je
dauerhafter und kontinuierlicher Sie Trainings-reize setzen.
- Zyklisierung:
Angestrebte Trainingsziele benötigen mitunter unterschiedliche
Zeiträume zur Anpassung, weshalb Sie in ver-schiedenen Zyklen
mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Zielsetzungen, Inhalten und
Methoden trainieren sollten.
- Individualität
und Altersgemäßheit: Die gesetzten Trainingsreize
müssen ihrer individuellen psychophysischen Belast-barkeit
entsprechen: Berücksichtigung von Alter, Konstitution,
Geschlecht, Genetik, Vorerkrankungen, Risikofaktoren etc.
Gerade
letzteres Prinzip macht deutlich, welche besonderen Vorzüge
die Arbeit mit einem Personaltrainer hat. Trotz aller Ausbildung und
guten Absicht können nämlich die Angestellten in den
großen Fitnessstudios aus reinem Zeitmangel nicht so
individuell auf jemanden eingehen, wie man es vielleicht gerne
möchte oder es der Anbieter verspricht. Wenn man dann in einem
Fitnessstudio zu einem Computer-Terminal geschickt wird, sobald man
nach einem individuellen Trainingsplan fragt, kann man sicher sein,
dass einige der grundlegenden Prinzipien der Trainingslehre sehr locker
ausgelegt wurden, um es milde auszudrücken.
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