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Effizienteres Krafttraining durch optimale Trainingsplanung

 

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Effizienteres Krafttraining durch optimale Trainingsplanung
v. Th. Höppner
Steigern Sie ihr Kraftpotenzial um 50-100%
 

Zielsetzung, Struktur und Organisation des Trainings

Gut geplant ist halb gewonnen, sagt ein Sprichwort. Man muss nicht zum lustlosen Bürokraten werden, aber für ein effizientes Fitness-Training sind dies goldene Worte..

 

Sei es Gewichtsreduktion, Kraftsteigerung, verbesserte Ausdauer oder ein anderes angestrebtes Ziel: man sollte genaue Angaben machen (oder vom Trainer erhalten), um das Training effizient gestalten zu können.

Dazu sollte das Ziel (auf der Grundlage ermittelter Diagnosedaten) in Inhalt, Ausmaß und Zeit eindeutig formuliert werden. Ein Beispiel:

Herr X, Mitte 30, 65 Kg, normaler Blutdruck, Body-Mass-Index 21, ohne gesundheitliche Einschränkungen mit der Selbstseinschätzung eines mittelmäßigen Fitness-Niveaus, möchte seine Kraftfähigkeit steigern. Die Festlegung seines Hauptzieles in Inhalt, Ausmaß und Zeit sähe dann so aus:

Inhalt Ausmaß Zeit
Kraftzuwachs 50% - 100% 6 Monate

50 – 100 % mag auf den ersten Blick übertrieben viel klingen, ist aber eine realistische Zielsetzung! Bei schwach oder mittelmäßig trainierten Muskeln können durch geeignete Dosierung und Steigerung der überschwelligen Belastungsreize schnell Anpassungsprozesse ausgelöst werden. Je trainierter und leistungsstarker ein Muskel hingegen ist, desto größer müssen die Trainingsreize werden, wenn eine Leistungssteigerung bewirkt werden soll. Gleichzeitig nimmt das Ausmaß der Leistungssteigerung zunehmend ab, da die Kraftfähigkeit der Muskulatur sich ihrer biologischen Grenze nähert.

Gerade für Einsteiger und Anfänger aber verspricht diese parabolische Kurve der Leistungssteigerung eine starke Motivation, da in relativ kurzer Zeit viel und sichtbare Erfolge erreicht werden können. Wenn man die Leistungssteigerung schließlich schwarz auf weiß festhält, ist das eine zusätzliche Motivation, mit dem Training fortzufahren.

Die Leistungsstufe entscheidet auch über die Organisationsform bzw. das System des Trainings:

  • Beim Ganzkörpertraining werden alle Hauptmuskelgruppen in einer Trainingseinheit trainiert.
  • Beim Split-Training werden einzelne Muskelgruppen an verschiedenen Tagen trainiert.

Grundsätzlich gilt, dass die Möglichkeiten des Ganzkörpertrainings ausgereizt werden sollten, bevor man zum System des Split-Trainings übergeht. Das Split-Training ist eher für Fortgeschrittene ab mindestens 1-2 Jahren Trainingserfahrung geeignet.

Auch die Belastungshäufigkeit, also die Anzahl der Trainingseinheiten pro Woche, sowie die Anzahl der Sätze und der Übungen pro Muskelgruppe und natürlich die Intensität der Belastung richten sich nach der Leistungsstufe des Trainierenden.
Folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Leistungs-stufe Zeit in Monaten Trainings-system

Häufigkeit
/Woche

Übungen/
Muskel-gruppe
Sätze/
Übung
Intensität
in%
ILBmax
Einsteiger 0 - 6 GK 2 1 - 2 1 - 2 50 - 70
Geübter 6 - 12 GK 2 - 3 1 - 2 1 - 2 60 - 80
Fortge-schrittener > 12 GK / Split 3 - 4 1 - 3 2 - 3 70 - 90
Leistungs-sportler > 36 GK / Split 3 - 6 1 -4 2 - 4 80 - 100

Für Herrn X, den Einsteiger, würde das bedeuten, dass er sechs Monate mit 50-70% seines ILB-Max (Krafttest) trainiert.

Das Hauptziel sollte schließlich in Teilziele aufgeschlüsselt und festgelegt werden. Ein Teilzielzyklus (oder Mesozylus) sollte zwischen 4 und 8 Wochen betragen und könnte für Herrn X so aussehen:

Parameter MESOZYKLUS I MESOZYKLUS II MESOZYKLUS III MESOZYKLUS IV
Dauer 6 Wochen 6 Wochen 6 Wochen 6 Wochen
Trainingsziel Koordination Kraftausdauer Hypertrophie Maximalkraft
Trainings-system GK GK GK GK
Wieder-holungen 15 20 10 5
Intensität < 50% 50–70% 50–70% 50–70%
Sätze/ Übung 1-2 2 2 2
Übungen/
Muskelgr.
1-2 1-2 1-2 1-2
Häufigkeit/
Woche
2 2 2 2
Satzpausen 60-120 Sek. 45-120 Sek. 90-180 Sek. 90-180 Sek.

Entsprechend der Dauer des Makrozyklus ( 6 Monate ) beträgt die Dauer jedes der vier Mesozyklen in dieser Trainingsplanung 6 Wochen. Ein Mesozyklus sollte auf nicht weniger als 4 und nicht mehr als 8 Wochen angelegt sein. Für jeden Mesozyklus werden nun die Übungen ausgesucht, und für jede Übung mit dem ILB-Kraft-Test die Trainingsintensität bestimmt. Der Teilziel- oder Mesozyklus II mit dem Trainingsziel "Kraftausdauer" würde dann z.B.so aussehen:

Übung 1. WO 2.WO 3.WO 4.WO 5.WO 6.WO
Brustpresse 15 kg
50% ILB
 
15 kg  18 kg
60% ILB
 
18 kg  21kg
70%ILB
 
21 kg 
Latzug  15 kg
50% ILB
 
15 kg  18 kg
60%ILB
 
18 kg  21 kg
70%ILB
 
21 kg 
Rückenzug-maschine   12 kg
50%ILB
 
12 kg  15 kg
62%ILB
 
15 kg   18 kg
75% ILB
 
18 kg 
Butterfly  9 kg
50%ILB
 
9 kg  9 kg  12 kg
65% ILB
 
12 kg  12 kg 
Butterfly Reverse   6 kg
40% ILB
 
6 kg  6 kg  9kg
60% ILB
 
9 kg  9 kg 
Beinpresse   40 kg
50% ILB
 
40 kg  50 kg63% ILB  50 kg  60 kg75% ILB  60 kg 

Beim Training an Geräten sind oft nur grobe Gewichtssteigerungen möglich, weshalb man dann, zum Zwecke der Progression von Belastungen, an den anderen Belastungsparateren "drehen" kann, z.B. die Wiederholungszahl erhöhen oder die Satzpausen verkürzen kann. An erster Stelle aber sollte man die Trainingsfrequenz erhöhen, also dee Zahl der Trainingseinheiten pro Woche.

Erst wenn alle Trainingsinhalte sowohl zeitlich wie im Ausmaß für jede Trainingswoche festgelegt sind, sollte das Training begonnen werden. Ein genaue Zielsetzung, Strukturierung und Organisation des Training erhöht die Effizienz erheblich. Nicht zuletzt, weil man dann die Möglichkeit der Analyse seiner Bemühungen hat und schauen kann, wo und wie sich etwas verbessern lässt.

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