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"Das 1x1 des Fitness- und Gesundheitssports"

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Gesundheit - Fitness - Training

 

Gesundheit

Zu dem Begriff der „Gesundheit“ haben die Menschen zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Vorstellungen entwickelt. Auch wenn wir heute allgemein - und auch in dieser Reihe für gesundheitsorientierten Freizeitsport - einen ganzheitlichen Gesundheits-begriff akzeptieren, der Körper, Seele und Geist umfasst, lohnt es sich doch, einen kurzen Blick auf die Entwicklung dieser Vorstellungen von Gesundheit in unserer eigenen Kultur und in anderen Kulturen zu werfen.

Alteuropäische Heilkunde (ca. 500 v. Chr. – 500 n. Chr.)
Um ca. 400 vor Chr. entwickelte Hypokrates seine berühmte „Theorie der Säfte“, die noch heute unsere Vorstellungen von den unterschiedlichen Temperamenten bestimmt:

  • Choleriker (zu viel Galle - aufbrausend)
  • Sanguiniker (zu viel Blut – heißblütig)
  • Phlegmatiker (zu viel Schleim – gemächlich)
  • Melancholiker (zu viel schwarze Galle - träge)

Nach Hippokrates war das gesunde Gleichgewicht dieser Säfte Grundlage für die Gesundheit von Körper und Seele.

Die Idee des Gleichgewichts bestimmte auch die Vorstellung von Plato, wonach Gesundheit die Folge der Einhaltung bestimmter Verhaltens-weisen war, die er in drei „Tugenden“ zusammen fasst

  • Selbstbeherrschung
  • Tapferkeit
  • Weisheit

 

Aristoteles knüpfte an Plato an und definierte die Tugend genauer als das mittlere Maß zwischen zwei Extremen. So gilt ihm die Tugend der Tapferkeit als das rechte Maß zwischen den Extremen der „Feigheit“ und der „Tollkühnheit“.
Diese grundlegende Vorstellung der Harmonie, des Mittels zwischen Zuviel und Zuwenig finden wir immer wieder, auf allen Kontinenten der Erde.

Europäisches Mittelalter (ca. 500 – 1600 n.Chr.)
Im Mittelalter wird die Vorstellung von Gesundheit zunehmend vom religiösen Wertesystem bestimmt. Demnach sind Krankheit und Gesundheit nie ganz abstrakt oder voneinander getrennt aufzufassen, sondern im Zusammenhang des Ganzen, dem heil des Menschen zu sehen. Vor allem aber setzte sich die Vorstellung durch, dass die irdische Seite der Existenz weniger in den Händen Gottes lag als in den Händen der Menschen selbst. Sich aktiv um die eigene Gesundheit zu kümmern war somit Teil der religiösen Pflicht.
Die Scholastik (die Herleitung von Wissen aus der „göttlichen Vernunft“) wies daher in erster Linie der Gesundheitslehre, und erst in zweiter Linie die Heilkunde als Aufgaben der Medizin zu. Demnach wurde eine gesunde Lebensführung durch Einhaltung sechs grundlegender Regeln erreicht.

  • Der richtige Umgang mit Licht und Luft
  • Der richtige Umgang mit Speise und Trank
  • Ausgewogenheit von Bewegung und Ruhe, Arbeit und Muße
  • Der richtige Rhythmus von Schlafen und Wachen
  • Das richtige Maß an Ausscheidungen und Absonderungen
  • Der richtige Umgang mit Emotionen, mit sich selbst und Anderen

Was dabei jeweils unter „richtig“ und „nicht richtig“ zu verstehen war, mag uns heute unverständlich erscheinen, wenn wir z.B. an den exzessiven Gebrauch des Aderlasses denken, der nicht selten die eigentliche Ursache für Krankheitsbilder und sogar für den Tod des Erkrankten war. Doch die eigentliche Vorstellung von Gesundheit ist auch in der Scholastik von der Idee der Harmonie, des Gleichgewichts zwischen den verschiedenen Elementen geprägt.

Neuzeit (ca. 1600 – 1850)
Im Zeitalter der Aufklärung setzte man an diesen Regeln zur rechten Lebensführung an. Das Ziel der Aufklärung war es jedoch, mittels der Entwicklung der Vernunft sich von Autoritäten und Traditionen zu befreien und die religiöse Ableitung von Wissen durch eine wissenschaftliche zu ersetzen.
Die Natur stellte zwar alle Mittel zur Befriedigung der Grundbedürfnisse zur Verfügung, doch der richtige Umgang mit diesen musste und konnte gelehrt und gelernt werden. Daher lag für das Zeitalter der Aufklärung in der „Erziehung“ auch in der Lebensweise der Schlüssel zu Gesundheit und irdischem Glück. Die Anleitungen der Aufklärung zur rechten Lebensführung lassen sich unterteilen in die Künste:

  • Lange zu leben
  • Gut und richtig zu leben
  • Schön zu leben

Besonders relevant war dabei der wissenschaftliche Zugang. Das optimale Funktionieren des Körpers und der Sinne galt als Voraussetzung. Entsprechend entwickelte man Leibesübungen vor allem in Hinblick auf ihre Alltagsnützlichkeit, wie Tragen, Hanteln, Stoßen, Werfen, Schwimmen, Balancieren etc.. Die Leistungen wurden gemessen, exakt mit Uhr und Metermaß festgehalten, und die einzelnen Bewegungen der Übungen wurden analysiert und gesondert geübt. Sowohl die moderne Funktionsgymnastik, auch das vielgerühmte Pilates -Training, sowie das generelle Verständnis eines präventiven Gesundheitssports haben ihre Wurzeln in den Ideen der Aufklärung, die ihre Grundvorstellung von Gesundheit an den Idealen der Harmonie und des Gleichgewichts orientierte.

Moderne (ab 1900 n.Chr.)
Die Industrialisierung und der Fortschritt der Technologien und der Wissenschaften haben die Welt und das Welt- und Menschenbild in sehr kurzem Zeitraum stark verändert. Der Leistungsgedanke ist viel stärker in den Vordergrund gerückt, das Funktionieren von Geist und Körper im Alltag der Arbeitsbeanspruchungen oft an erste Stelle gerückt. Die moderne Arbeitswelt hat dabei auch das Gesundheitsbild neugeprägt. Die Einführung des Sozialversicherungsgesetzes Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland (und anschließen in vielen Teilen der Westlichen Welt) hatte u.a. zur Folge, dass „gesund“ mit arbeitsfähig und „krank“ mit nicht arbeitsfähig identifiziert wurden. Diese Entwicklung führte nicht nur zum vielgerühmten und berüchtigten „Krankenschein“, sondern unterstützte auch die aus einem mechanistischen Weltbild resultierende Entwicklung eines organmedizinischen Denkens, wonach einzelne defekte Teile des Organismus wieder „repariert“ werden müssten, um die Arbeitsfähigkeit des Erkrankten wieder herzustellen.
Diese Art der Kurativmedizin führte schließlich zu einer Definition der Gesundheit als einem „Schweigen der Organe“, also als Abwesenheit von Krankheit.


Im Laufe des 20. Jahrhunderts führten Veränderungen in der Gesellschaft wie auch Neuerungen in der Wissenschaft zu einer Relativierung dieses mechanistischen Gesundheitsbildes. Nicht zu unterschätzen bei einer Neubewertung von Gesundheit ist auch der Faktor Geld. Die durch die moderne Lebensführung mitbedingten „Zivilisationskrankheiten“ (allen voran Herzkrankheiten und Diabetes) verursachen schließlich erhebliche Kosten im Krankenversicherungssystems.

Die zeitgenössische Vorstellung von Gesundheit, wie sie sich etwa in der Definition der WHO (der Weltgesundheitsorganisation) widerspiegelt, wonach Gesundheit ein Zustand vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens ist, berücksichtigt alle Faktoren, die Einfluss auf unseren Körper, unsere Seele und unseren Geist haben können. Dieser Begriff eines umfassenden Wohlbefindens ist heute besser bekannt in seiner englischen Fassung: Wellness.

Ganzheitlicher Gesundheitsbegriff
Die moderne, ganzheitliche Vorstellung von Gesundheit bzw. Wellness sieht den Menschen unentwegt verschiedenen Einflüssen ausgesetzt, die sowohl positive wie negative Einwirkungen auf sein individuelles Befinden haben können. Das Individuum bewegt sich (nach dem „Salutogenese-Modell“ von Antonovsky, 1979) sozusagen ständig zwischen den Extremen von „Krankheit“ und „Gesundheit“, weil es permanent Risiko- und Schutzfaktoren ausgesetzt ist. Diese Faktoren lassen sich einteilen in:

Ökologische. biologische. psychologische & soziale Risiko-und Schutzfaktoren

Dieser kurze Abriss einiger Vorstellungen über Gesundheit aus der europäischen Geschichte zeigt, dass zu allen Zeiten – wenn auch jeweils unterschiedlich ausgeprägt – Gesundheit nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und sozial verstanden wurde. Und dass der Einzelne – durch eine gesundheitsfördernde Lebensweise – selbst positiven Einfluss auf sein Wohlbefinden ausüben kann.
Eine Vorstellung, die auch in den Heiltraditionen anderer Kulturen dominiert, dort sogar manchmal stärker ausgeprägt ist, wie etwa in der indischen Ayurveda-Heilkunst oder in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dass gerade diese beiden Systeme der Heilkunst im Wellness-Sektor so große Resonanz finden, ist daher kein Zufall, sondern zurückzuführen auf ihre große Nähe zu den Vorstellungen einer ganzheitlichen Gesundheit, wie Sie dem modernen Wellness- und Fitnessbegriff entsprechen

Wir mögen heute andere Wörter verwenden, doch wenn wir nach unserem heutigen Wissensstand die Basiselemente einer gesunden Lebensführung aufführen, dann unterscheiden sich diese kaum von denen unserer Vorfahren:

Ausgewogene Ernährung (Mischkost) - Bewegung - Entspannung


Die richtige Mischung macht’s eben. Und das Gute daran ist: diese drei Bereiche können Sie individuell beeinflussen und gestalten - und somit positiv und wirksam zur Erhaltung ihrer Gesundheit beitragen.

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Fitness


Der Fitnessbegriff baut auf dem Gesundheitsbegriff auf, geht aber darüber hinaus. Im Zentrum des Fitnessbegriffes steht die menschliche Leistungs-fähigkeit, und im Fitnessport ist entsprechend die körperliche Leistungs-fähigkeit die entscheidende Größe, Die körperliche Leistungsfähigkeit wiederum ist grundlegend bestimmt durch die motorischen Fähigkeiten Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und Schnelligkeit.


Die motorische Fähigkeit Schnelligkeit bleibt hier ausgespart, weil sie eher sportartspezifisch zu sehen ist. Ein sinnvolles Ziel des Trainings dieser motorischen Fähigkeiten ist nicht nur die Steigerung ihrer jeweiligen Leistungsfähigkeit, sondern auch die damit verbundene Steigerung der Funktionsreserven des Organismus, sowie das präventive Entgegenwirken von Fehlfunktionen, z.B. auf Grund einseitiger körperlicher Belastungen im Beruf.

Fitness mit seinem generellen Ziel der Leistungssteigerung geht somit zwar über den Gesundheitsbegriff hinaus, teilt aber dennoch mit diesem das Ziel einer ganzheitlichen Stärkung und Erhaltung der Funktionsweisen des Organismus. Fitness- wie gesundheitsorientierter Freizeitsport unterscheiden sich darin beide vom Hochleistungssport, in dem einzelne oder mehrere Funktionsweisen des Organismus auch auf Kosten anderer Funktionsweisen gesteigert werden, um maximale Leistungen zu bringen, in der Regel mit dem Ziel verbunden, einen Wettkampf zu gewinnen.
Gerade diesen Konkurrenzcharakter, der positiv verstanden den Hoch-leistungssport auszeichnet, sollten Sie aus ihrem persönlichen gesund-heitsorientierten Fitnesstraining heraus halten, weil er ihrem Ziel zuwiderläuft.

Zusammenfassend können wir festhalten, dass Gesundheits- und Fitness-Sport sich also weniger inhaltlich voneinander unterscheiden als vielmehr in ihrer Intention. Der Gesundheitssport zielt auf ein Minimalmaß der psychophysischen Leistungsfähigkeit, während der Fitnesssport auf ein Optimalmaß derselben zielt. Im Leistungs- und Hochleistungssport wiederum wird auf ein Maximum spezifischer Leistungsfähigkeiten hin trainiert.

„Fitness“ können wir daher definieren als die bewusst angestrebte Weiterentwicklung der motorischen Fähigkeiten, erreicht durch sportliches Training, gezielte Ernährung und gesunde Lebensführung. Diesen drei Bereichen einer aktiven Gesundheitsfürsorge darf hinsichtlich einer Erhaltung der Leistungsfähigkeit der gleiche Wert beigemessen werden. Doch hinsichtlich der Erhaltung und Stärkung der physischen Leistungsfähigkeit spielt die regelmäßige Aktivierung des Muskelsystems eine herausragende Rolle, da diese immer komplexe Anpassungs-prozesse im gesamten Organismus auslöst. Die zielgerichtete Aus-lösung und Steuerung von biologischen Anpassungsprozessen charakterisiert das sportliche Training.


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Training

Was versteht man genau unter „Training“?
Der Begriff des Trainings umfasst grundsätzlich jeden Prozess, der das Ziel verfolgt, die körperliche Leistungsfähigkeit einer Person zu ver-bessern.
Eine Verbesserung bedeutet in erster Linie eine zielgerichtete Ver-änderung des Ist-Zustandes. Um einen Prozess der Veränderung in Gang zu setzen, müssen bestimmte Belastungsreize gesetzt werden. Der Organismus im Ist-Zustand reagiert auf diese wiederholten Belastungs-reize mit Anpassungsprozessen. Werden diese Anpassungsprozesse zielorientiert ausgelöst, gesteuert und spezialisiert, dann kann man von „sportlichem Training“ sprechen.

Sportliches Training ist also ein komplexer Handlungsprozess, der durch zielgerichtete, planmäßige und systematische Tätigkeiten eine Steigerung der motorischen Leistungsfähigkeit anstrebt. Um morphologische und funktionelle Anpassungsprozesse im Organismus (und damit Leistungs-steigerung) auszulösen, müssen Sie systematisch und gezielt Belastungsreize, setzen in der Regel durch überschwellige Muskelspannungen.

Letzteres unterscheidet übrigens „Training“ von „Übung“. Die Wiederholung von Belastungsreizen ohne morphologisch fassbare Ver-änderungen (z.B. „Einschleifen“ von Bewegungen) ist in dem Begriff „Übung“ zusammengefasst. Training hingegen ist immer charakterisiert durch das Erzielen morphologischer Anpassungen im Organismus.

Ein praktisches Beispiel aus dem Alltag für „Übung“ ist das Treppensteigen. Angenommen, Sie wohnen im vierten Stock eines Hauses ohne Fahrstuhl. Das tägliche Rauf und Runter hält als Übung ihre Bein- und Beckenmuskulatur in Form, aber erhöht nicht ihre Leistungs-fähigkeit. Wenn Sie jedoch beginnen regelmäßig, planmäßig und systematisch mit einer zunehmenden Zahl von Ziegelsteinen in einem Rucksack die Treppen hinauf und hinab zu steigen, würde das wiederholte Belastungsreize in ihrer Bein- und Beckenmuskulatur setzen, die darauf mit einem Anpassungsprozess reagieren. Sie würden diese Muskulatur trainieren.

Ein effizientes Fitnesstraining zeichnet sich deshalb immer dadurch aus, dass seine Inhalte und Methoden nicht dem Zufall überlassen werden. sondern folgende Kriterien bei der Trainingsplanung berücksichtigt sind:

  • Zielgerichtet: alle Trainingsmaßnamen sind auf Ihr Ziel, unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen und Möglichkeiten ausgerichtet.
  • Planmäßig: alle Trainingsschritte und -Maßnahmen sind aufeinander abgestimmt und strukturiert: Alle Trainingsinhalte werden im voraus zeitlich geplant und festgelegt.
  • Systematisch: Alle Trainingsschritte bauen inhaltlich und zeitlich aufeinander auf, werden kontrolliert und gesteuert.


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